Sonntag, 4. Dezember 2011

„Rauchen ist schlecht für die Gesundheit!“



Heut zu Tage weiß doch jedes Kind dass, das Rauchen von Zigaretten mit tödlicher Sicherheit einem selber und auch den Menschen in der unmittelbaren Umgebung erheblichen Schaden zufügt. Menschen die sich nicht wehren können, beispielsweise Kinder von Rauchern, leiden besonders stark unter diesem gesundheitsschädigenden Einfluss.

Der dichte, blaugraue Rauch zog von vorne nach hinten und hüllte ihn und seinen Bruder ein und es legte sich der “Schleier des Todes“ über die beiden Kinder. Nachdem ihre Eltern die Glut der aufgerauchten  Stummel im Ascher erstickt hatten, wurden kurz die von innen vergilbten Scheiben herunter gekurbelt, und schockgelüftet mit 180km/h auf der Autobahn in Richtung Belgrad.

Sie waren auf dem Weg in die Heimat, auf dem Weg in die Türkei.

Nach einer dreitägigen Abenteuerfahrt (die sich alljährlich in den Sommerferien wiederholte) stieg die vierköpfige Familie aus dem Auto. Zwei Erwachsene und ihre beiden Kinder, hustende Nikotinpflaster, die da mit gereizten Augen standen und von ihren rauchenden Verwandten abgeknutscht und in die Wangen gezwickt wurden.

Erster Schultag

Es war sein allererster Schultag, an den er sich krampfhaft versuchte zu erinnerte, während er das Polaroid in seiner Hand betrachte. Auf dem Bild waren er und sein Vater zu sehen. Er stand da in seinen ausgewaschenen Karottenjeans mit Hochwasserstand. In  seinem Arm lag eine riesengroße Schultüte. Neben ihm stand sein Fathi, sehr stark rauchend, mit dem Glimmstängel zwischen den schmalen Lippen.

Überall, wo Freunde und Familie aufeinander trafen, dort wo man gemeinsam aß und trank, überall, ob im Garten unter der Laube, oder in einem der kleinen Zimmer in der dreiundfünfzig Quadratmeter Wohnung, es wurde sehr stark geraucht.


Seine persönliche Zeitleiste rauf und wieder runter, zu jeder Zeit, in jedem Abschnitt seines Lebens gehörte die Zigarette (unnatürlicher Weise) dazu.

Auf dem Balkon

Wie traurig“, dachte er sich heute, den Blick auf seine Schachtel Lucky Strike gerichtet. Traurig war er, denn nach dreieinhalb Jahren der Abstinenz, ganz unerwartet, in einem Moment der Schwäche, war er wieder dem Rauch verfallen.
Der ekelhafte Rauch, der an ihm haftete, wie ein klebriges Kaugummi unter seiner Schuhsohle, hatte sich wieder über ihn gelegt wie der “Schleier des Todes“. 
Viele Jahre waren seit den langen Autofahrten in die Heimat vergangen. Nun stand er in der Rolle des Vaters. Er, das Kind von damals, stand auf dem Balkon und zog noch ein letztes Mal an seiner Zigarette. Verblasste Erinnerungen wurden lebendig, Konturen wurden schärfer und die Bilder bekamen wieder Farbe.


Er drückte seine noch qualmende Zigarette aus und schmiss die noch halb volle Schachtel in den Mülleimer.

3 Kommentare:

abraxandria hat gesagt…

ich hab damit zum glück schon vor jahren aufgehört.
das ist echt ne üble angewohnheit!

Ihsan hat gesagt…

Eine üble und vor allem stinkende Angewohnheit :(

Wie gut, dass Du (ich übrigens auch) schon vor Jahren damit aufgehört hast.

Qualmfreie Grüße,

Ihsan :D

abraxandria hat gesagt…

wie schön zu hören, dass du auch damit aufgehört hast!
wünsche gute gesundheit! :)