Heut zu Tage
weiß doch jedes Kind dass, das Rauchen von Zigaretten mit tödlicher Sicherheit
einem selber und auch den Menschen in der unmittelbaren Umgebung erheblichen
Schaden zufügt. Menschen die sich nicht wehren können, beispielsweise Kinder von Rauchern, leiden besonders
stark unter diesem gesundheitsschädigenden Einfluss.
Der dichte, blaugraue
Rauch zog von vorne nach hinten und hüllte ihn und seinen Bruder ein und es legte
sich der “Schleier des Todes“ über die beiden Kinder. Nachdem ihre Eltern die Glut
der aufgerauchten Stummel im Ascher
erstickt hatten, wurden kurz die von innen vergilbten Scheiben herunter
gekurbelt, und schockgelüftet mit 180km/h auf der Autobahn in Richtung Belgrad.
Sie waren
auf dem Weg in die Heimat, auf dem Weg in die Türkei.
Nach einer
dreitägigen Abenteuerfahrt (die sich alljährlich in den Sommerferien
wiederholte) stieg die vierköpfige Familie aus dem Auto. Zwei Erwachsene und
ihre beiden Kinder, hustende Nikotinpflaster, die da mit gereizten Augen standen
und von ihren rauchenden Verwandten abgeknutscht und in die Wangen gezwickt
wurden.
Erster
Schultag
Es war sein
allererster Schultag, an den er sich krampfhaft versuchte zu erinnerte, während
er das Polaroid in seiner Hand betrachte. Auf dem Bild waren er und sein Vater
zu sehen. Er stand da in seinen ausgewaschenen Karottenjeans mit Hochwasserstand.
In seinem Arm lag eine riesengroße Schultüte.
Neben ihm stand sein Fathi, sehr stark rauchend, mit dem Glimmstängel
zwischen den schmalen Lippen.
Überall, wo Freunde
und Familie aufeinander trafen, dort wo man gemeinsam aß und trank, überall, ob im
Garten unter der Laube, oder in einem der kleinen Zimmer in der dreiundfünfzig
Quadratmeter Wohnung, es wurde sehr stark geraucht.
Seine persönliche Zeitleiste rauf und wieder runter, zu jeder Zeit, in jedem Abschnitt seines Lebens gehörte die Zigarette (unnatürlicher Weise) dazu.
Auf dem Balkon
„Wie traurig“, dachte er sich heute, den
Blick auf seine Schachtel Lucky Strike gerichtet. Traurig war er, denn nach
dreieinhalb Jahren der Abstinenz, ganz unerwartet, in einem Moment der Schwäche,
war er wieder dem Rauch verfallen.
Der
ekelhafte Rauch, der an ihm haftete, wie ein klebriges Kaugummi unter seiner
Schuhsohle, hatte sich wieder über ihn gelegt wie der “Schleier des Todes“.
Viele Jahre waren
seit den langen Autofahrten in die Heimat vergangen. Nun stand er in der Rolle
des Vaters. Er, das Kind von damals, stand auf dem Balkon und zog noch ein
letztes Mal an seiner Zigarette. Verblasste Erinnerungen wurden lebendig, Konturen
wurden schärfer und die Bilder bekamen wieder Farbe.
Er drückte seine noch qualmende Zigarette aus und schmiss die noch halb volle Schachtel in den Mülleimer.
Er drückte seine noch qualmende Zigarette aus und schmiss die noch halb volle Schachtel in den Mülleimer.

3 Kommentare:
ich hab damit zum glück schon vor jahren aufgehört.
das ist echt ne üble angewohnheit!
Eine üble und vor allem stinkende Angewohnheit :(
Wie gut, dass Du (ich übrigens auch) schon vor Jahren damit aufgehört hast.
Qualmfreie Grüße,
Ihsan :D
wie schön zu hören, dass du auch damit aufgehört hast!
wünsche gute gesundheit! :)
Kommentar veröffentlichen